Wenn es um das Thema Selbstheilung geht, spielt der Vagusnerv eine zentrale Rolle. Insbesondere die transkutane Vagusnervstimulation (tVNS) rückt zunehmend in den Fokus der Forschung und bietet neben dem klassischen implantierten Verfahren neue, risikoärmere Perspektiven. Daher möchten wir hier eine Übersicht wichtiger Studien mit euch teilen – und freuen uns natürlich immer, wenn ihr weitere spannende Publikationen beisteuert!
1. Entzündungshemmung und Autoimmunerkrankungen
Eines der zentralen Wirkprinzipien der Vagusnervstimulation ist die Unterdrückung von Entzündungsprozessen. Eine Studie zeigt, wie elektrische Impulse auf den Vagusnerv gezielt die Freisetzung von Tumor Necrosis Factor (TNF) hemmen können. Da TNF in vielen Autoimmunerkrankungen eine zentrale Rolle spielt, wird hier ein vielversprechendes Potenzial zur Bekämpfung oder sogar Vorbeugung von rheumatoider Arthritis und anderen chronischen Entzündungen sichtbar. – Vagus nerve stimulation: A new bioelectronics approach to treat rheumatoid arthritis?“ veröffentlicht im The Lancet Rheumatology.
In one circuit, termed „the inflammatory reflex,” action potentials transmitted in the vagus nerve, inhibit the production of tumor necrosis factor (TNF), an inflammatory molecule that is a major therapeutic target.
2. Der Mechanismus hinter der VNS
Was geschieht eigentlich genau im Körper, wenn der Vagusnerv stimuliert wird? Eine grundlegende Untersuchung belegt die physiologischen Abläufe während der Stimulation: Über spezifische Signalwege kann die VNS nicht nur die Entzündungsreaktion dämpfen, sondern auch zahlreiche Organfunktionen im Sinne einer Verbesserung der Stressresistenz und Erholung beeinflussen. – „Der Vagusnerv und Autoimmunerkrankungen“ auf Vagus.net.
3. Positiver Effekt bei Hirnschäden (Tierstudie)
Tierexperimente leisten wertvolle Vorarbeit zur Anwendung beim Menschen. Hier zeigte die Vagusnervstimulation einen nachweisbar positiven Effekt auf die Genesung bei Hirnschädigungen und unterstützt die Regeneration des Gehirns. – „Vagusstimulation“ auf Dr. Jacob’s Medical GmbH.
4. Motivation & Burnout-Prävention
Kann tVNS gar gegen Prokrastination helfen? Eine Studie untersucht die transkutane Stimulation des Vagusnervs bei Studierenden und fand Hinweise auf eine gesteigerte Motivation. Ob sich damit langfristig auch Burnout-Prozesse eindämmen oder Prokrastinationsneigungen senken lassen, wird derzeit weiter erforscht. – „Vagusstimulation“ auf Dr. Jacob’s Medical GmbH.
5.–10. Beschwerden im Zusammenhang mit Vagus-Dysregulation
Der Vagusnerv spielt eine tragende Rolle bei der Herzratenvariabilität, der Verdauung und dem Stress-Management. So scheint eine verminderte Aktivität dieses zentralen Nervs gleich mehrere Symptome zu begünstigen. Studien nennen u.a.:
- Verringerte Herzratenvariabilität – Verringerte Herzratenvariabilität: „Vagusstimulation“ auf Dr. Jacob’s Medical GmbH.
- Verdauungsprobleme – „Vagusstimulation“ auf Dr. Jacob’s Medical GmbH.
- Sodbrennen –
- Angstzustände – „How to activate your vagus nerve for lower anxiety“ auf rTMS Centre.
- Chronische Entzündungen – „Der Vagusnerv und Autoimmunerkrankungen“ auf Vagus.net.
- Abgeschlagenheit und Erschöpfung – „Vagusaktivierung“ auf Osteopathie Liem.
11. Vagusnervstimulation bei Depression
Bei therapieresistenten Depressionen ist die VNS bereits als Behandlungsverfahren zugelassen. Neue Ansätze setzen verstärkt auf eine nicht-invasive Lösung wie die tVNS. Erste Ergebnisse deuten auf eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptome und eine mögliche Langzeitstabilisierung der psychischen Gesundheit hin. – „How to activate your vagus nerve for lower anxiety“ auf rTMS Centre.
12. Herzrhythmusstörungen senken
Eine Untersuchung mit transkutaner aurikularer Vagusnervstimulation aus dem Jahr 2019 liefert spannende Daten: tVNS könnte einen stabilisierenden Einfluss auf den Herzrhythmus ausüben, was sich in einer tendenziell geringeren Auftretenshäufigkeit von Arrhythmien niederschlug. – „Vagusstimulation“ auf Dr. Jacob’s Medical GmbH.
13. tVNS und CFS (Chronic Fatigue Syndrome)
Betroffene von CFS leiden häufig unter Brainfog und starker Erschöpfung, die oft mit einer erhöhten Adrenalin-Ausschüttung einhergeht. Diese Studie fand Hinweise darauf, dass transkutane VNS den Adrenalin-Spiegel senken kann, was potenziell den Brainfog mildert und die Konzentrationsfähigkeit verbessert. – „Neuroinflammation and ME/CFS: A New Immunological Model“ veröffentlicht im Journal of Translational Medicine.
14. TVNS zur Linderung bei Autismus
Verschiedene Fallberichte und erste Studien belegen, dass eine implantisierte VNS bei Patienten mit Autismus positive Effekte auf das Verhalten und die soziale Interaktion haben kann. Ob ähnliche Resultate durch transkutane Verfahren (tVNS) erreichbar sind, wird aktuell in klinischen Pilotstudien untersucht.
15. Parasympathische Wirkung und Stressabbau
Mehrere Arbeiten belegen die parasympathische und sympatolytische Wirkung von tVNS und aVNS. Konkret kann es durch diese Anwendungen zu einer signifikanten Stressreduktion und Schmerzlinderung kommen. – „Vagusaktivierung“ auf Osteopathie Liem.
Transkutane Vagusnervstimulation für die Schlaganfallrehabilitation
Auch in der Neurorehabilitation nach Schlaganfällen rückt die transkutane VNS mehr und mehr in den Fokus. Indem sie die Neuroplastizität ankurbelt, können Patienten häufig schneller Fortschritte hinsichtlich Motorik und Koordination erzielen.
„Vagus Nerv Stimulation (VNS) kombiniert mit Rehabilitationsmaßnahmen kann die Erholung von einem Schlaganfall ankurbeln.“
Jüngste Ergebnisse deuten darauf hin, dass elektrische Impulse direkt auf die neuronalen Netzwerke des motorischen Kortex wirken – ein vielversprechender Therapieansatz, um Wiederherstellungsprozesse zu beschleunigen.
VNS 3.0: Die Zukunft der Vagusnervstimulation
Eine besonders spannende Entwicklung ist der Ansatz von VNS 3.0, der die effektivsten Konzepte aus den bisherigen Forschungen bündelt. Moderne Technologien, wie etwa die VitalWave Technologie, sollen die Stimulation präziser und individueller gestalten. Damit dürften nicht nur die Nebenwirkungen weiter reduziert, sondern gleichzeitig eine maximale therapeutische Effizienz erreicht werden. VNS 3.0 hat das Potenzial, die Grenzen zwischen implantierten und nicht-invasiven Methoden zu verschmelzen – und so für viele Betroffene eine schonende, aber wirksame Option für die Steigerung der Lebensqualität zu bieten.

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Fazit: Ob bei Autoimmunerkrankungen, chronischen Schmerzen, psychischen Beeinträchtigungen oder neurodegenerativen Prozessen – die transkutane Vagusnervstimulation (tVNS) eröffnete bereits in zahlreichen Studien neue Wege zu Heilung und Linderung. Gleichzeitig ist die Forschung in vollem Gange: Wir werden unser Wissen und unsere Studienliste hier laufend ergänzen, um euch mit den aktuellsten Erkenntnissen zum Vagusnerv und dessen Bedeutung für Körper und Geist zu versorgen.
Solltest du weitere interessante Studien oder persönliche Erfahrungen zu tVNS kennen, lass es uns gerne wissen!
Marvin ist ein Gesundheitsexperte für die ganzheitliche Therapie zur Stärkung der Selbstheilung. Mit seinem tiefen Verständnis für die biochemischen Prozesse des menschlichen Körpers, die für die Heilung notwendig sind, liest er Gesundheitsartikel auf Vital Generation Korrektur und verfasst selbst neue Artikel zu Themen wie Verjüngung, Selbstheilung, Schlaf und Nervensystem. Er steht in engem Kontakt mit anderen Ärzten, Wissenschaftlern und Herausgebern brandaktueller Gesundheitsthemen, die monatlich über 97.000 Besuchern auf Vital Generation präsentiert werden.











10 Kommentare
Habe Sodbrennen seit meiner gallenentfernung aber woher weiß ich ob es der nervt ist
Einfach ausprobieren. Es gibt ein 30 Tage Rückgaberecht, nach Erhalt des Geräts. Meist rührt sowas von Verspannungen her und erst an 2. Stelle von falscher Ernährung oder Genetik.
Hallo,
hilft diese Methode auch bei Tinnitus und Schuppenflechte?
Gruß
Hallo,
bei Tinnitus haben wir schon gute Erfahrungen gesammelt. Bei Schuppenflechte wird der VNS Linderung verschaffen. Die Haut hängt sehr mit dem Nervensystem zusammen. Man sieht es, wenn jemand durch Aufregung oder Angst Rot oder blass wird. So machen sich oder andere emotionale Diskrepanzen über Hautkrankheiten bemerkbar.
Der VNS bringt zusammen mit dem Tagebuchjournal das NS wieder in die Balance und sorgt für eine stabile emotionale Grundlage.
Hallo ♀️ ich habe den Vital Nerv Stimulator erst heute das erste mal ausprobiert ich habe ihn schon eine ganze Weile ! Ich weiß nicht warum ich nicht schon von Anfangan benutzt habe ♀️meine Frage ,ich wollte in die Telegramm Gruppe komme aber nicht rein weil es abgelaufen ist ?? Warum ?? Ich möchte da gerne rein um mir auch andere Infos an zu hören was kann ich machen um rein zu kommen in die Gruppe ?
Hallo, schau mal in unsere neue Gruppe rein hier ist alles viel übersichtlicher: https://www.skool.com/vital-generation
Ich habe über positiven Einfluss auf Depressionsbetroffene gelesen. Hat man auch positive Erfahrungen mit AD(H)S?
Ja, es gibt positive Erfahrungen mit der Anwendung der transkutanen Vagusnervstimulation (tVNS) bei ADHS. Studien haben gezeigt, dass tVNS die kognitive Kontrolle und Aufmerksamkeit bei ADHS-Patienten verbessern kann. Eine Dissertation an der Universität Halle-Wittenberg fand heraus, dass tVNS die Fehlerverarbeitungsprozesse beeinflussen und die Genauigkeit sowie die Effizienz in Aufgaben, die kognitive Flexibilität erfordern, erhöhen kann.
Zusätzlich zur tVNS gibt es auch positive Ergebnisse mit anderen Neuromodulationsverfahren wie der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) und der trigeminalen Nervenstimulation (eTNS). Eine Studie des Universitätsklinikums Tübingen untersucht die Wirksamkeit von tDCS bei Erwachsenen mit ADHS und zielt darauf ab, Symptome wie Aufmerksamkeitsdefizite und Impulsivität zu lindern. Die trigeminale Nervenstimulation (eTNS) wurde von der FDA zur Behandlung von ADHS bei Kindern zugelassen, nachdem Studien gezeigt hatten, dass sie die ADHS-Symptomatik signifikant reduzieren kann.
Insgesamt deuten diese Studien darauf hin, dass Neuromodulationsverfahren wie tVNS, tDCS und eTNS vielversprechende ergänzende oder alternative Behandlungsmethoden für ADHS darstellen könnten.
Hallo, bezüglich zu deinem Gespräch mit Johannes vom Podcast für Betroffene von ME/CFS. Ich (61) bin davon betroffen und seit 3 1/2 Jahren arbeitsunfähig und komme über eine gewisse Belastungsgrenze nicht hinaus. Mein Haupsymptom ist die Erschöpfung. Neben Hausarbeit reicht meine Energie z. Z. für Einkauf und eine Aktivität (Spaziergang, Freunde treffen oder Arzt Besuch).
Ich frage mich ob dass Gerät für mich gut ist, zu mal ich mich durch die lange Zeit zu Hause relativ entspannt fühle. Du sprichst im Podcast von einem verhärteten System. Was machst das Gerät mehr als die Atemübungen? Herzlichen Dank im Voraus für deine Antwort
Hallo Rina, danke für deine offene Frage und fürs Teilen deiner Situation.
Du hast recht: Atemübungen sind bereits ein sehr guter Weg, um den Vagusnerv zu aktivieren und dein Nervensystem in den Ruhemodus zu bringen. Sie wirken wie ein Schlüssel, der die Tür öffnet.
Der VitalNervStimulator geht jedoch noch tiefer. Er setzt direkt an den Nervenbahnen an, die für Entspannung, Regeneration und Verdauung zuständig sind. Du kannst es dir vorstellen wie bei einem Garten:
Mit der Atmung gießt du die Pflanzen von oben. Das tut gut und sorgt für erste Frische.
Mit der Stimulation „bewässerst“ du direkt die Wurzeln. Das erreicht auch die tieferen Schichten, die allein durch Atmung manchmal nicht mehr reagieren, weil sie durch Stress und lange Belastung wie „verhärtet“ sind.
Konkret bedeutet das:
Synapsen werden wieder durchlässiger. Cortisol und Stresshormone, die sich über Jahre im Körper festgesetzt haben, werden nach und nach abgebaut.
Acetylcholin steigt an – ein Neurotransmitter, der Entzündungen senkt und Verdauung, Ruhe und Heilung fördert.
Dein Körper kommt leichter in den Ruhe- und Verdauungsmodus. Gerade bei Menschen mit ME/CFS ist die Verdauung oft schwach und der Stoffwechsel blockiert, weil das Nervensystem im „Schutzmodus“ verharrt.
Neben dem klassischen tVNS gibt es beim VitalNervStimulator zusätzlich den TENS-Modus: Damit kannst du verspannte Muskeln sanft lösen. Diese muskuläre Entlastung wirkt wie ein zusätzlicher Impuls, um den „Freeze-Zustand“ des Körpers aufzulösen.
Mit der beigelegten Atemhilfe verstärkst du den Effekt nochmals, weil Ausatmen über den Widerstand den Vagusnerv extra anregt.
Der Unterschied zur reinen Atmung ist also:
Atmung wirkt von außen nach innen.
Der Stimulator wirkt von innen nach außen – direkt im Nervensystem.
Beides zusammen ergänzt sich und verstärkt sich gegenseitig. Viele berichten, dass sie nach den ersten Anwendungen spüren, wie die innere Schwere nachlässt, Schlaf tiefer wird und sich kleine Energiefenster öffnen.
Da du schon eine gewisse Grundentspannung hast, wäre das Gerät für dich vor allem eine Möglichkeit, die belastbare Grenze sanft zu erweitern – ohne dich zu überfordern.
Herzliche Grüße, Marvin